Nachbarorte

In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Ortschaften

  • Völkerhausen

    Der Name Völkerhausen (Volkeringhusen, Folckenhusen) bedeutet Volkers oder Völkers festes Haus.
    Volker leitet sich aus dem althochdeutschen Wort folk oder folc her, was (Kriegs)volk oder die Kriegsschar bedeutet und heri, was das Heer oder der Krieger, Kämpfer bedeutet.
    Der Name Volker stand also früher für "Volkskämpfer".
    Die erste Nachricht findet sich in einem Lehnsbriefe von 1343, indem der Graf von Hallermund die von Hake mit einem Hofe "zu Völkersen" belehnt.
    In einem späteren Lehnbriefe von denselben Gütern (einem Hofe und vier Mansen zu Völkerhausen) ist angemerkt, sie seien am Walterberge belegen, in dessen Nähe das Dörfchen auch angebaut ist.
    Die von Hake haben sich deshalb in älteren Zeiten in ihrem Titel auch Erbherr auf Völkersen genannt.
    Leonhard von Völkersen war 1407 Bevollmächtigter des Egbrecht von Frenke bei der übergabe des Hofes in Bodenwerder zur Anlegung der Kirche und des Kirchhofs daselbst.
    Das Dorf ging vom Abt von Corvey zu Lehen und war vor 1533 wüst geworden.
    (Die Herkunft dieser Angaben konnte ich bislang nicht verifizieren, da mir die Quellen unbekannt sind.
    Die hier gemachten Angaben stammen aus Freydank, "die Bedeutung der Ortsnamen des Kreises Hameln-Pyrmont" und Berner, "Das Amt Ohsen").
    Philipp von Bortfeld beschwerte sich darüber, daß Graf Friedrich von Spiegelberg es ihm nicht mit der Pfandschaft Ohsen übergeben wolle. Als von Bortfeld daraufhin das Dorf erhielt, beschwerten sich die Kirchspieleinwohner von Ohsen über von Bortfeld, daß er das Dorf zur Holzung gelegt habe.
    1585 werden in Völkerhausen 2 Meierhöfe und 4 Kötnerstellen erwähnt.
    1649 finden sich dazu 2 Beibauerstellen. 1664 verdoppelt sich die Zahl der Beibauerstellen auf 4.
    Völkerhausen wurde später mit Voremberg vereinigt und mit der Gebietsreform von 1972 neben weiteren Ortschaften zu der Einheitsgemeinde Emmerthal zusammengeschlossen.
  • Hastenbeck

  • hastenbeck Eine der interessantesten Ortschaften in unmittelbarer Nachbarschaft zu Voremberg ist das Dorf Hastenbeck.
    Das heutige Wappen zeigt einen steigenden halben Steinbock mit Gehörn und Hufen nach links.
    Hastenbeck (Hastenbike, Hastenbeke) bedeutet als Ortsname laut Freydank etwa "Bach aus dem Busch".
    Bahlow hingegen deutet den Namen i.S.v. "Sumpfsiedlung", hergeleitet von dem uralten germanischen Bachnamen "ast".
    Der Ort liegt unmittelbar an einem alten Hellweg.
    Belegt wird die weit zurückreichende Besiedlung durch einen dort aufgefundenen Grabhügel mit schätzungsweise über 60 Urnen, die vermutlich aus der älteren Eisenzeit stammen
    (Beschrieben unter der Rubrik Ur- und Frühgeschichte).
    Diverse Einzelfunde aus frühester Zeit befinden sich in Hastenbecker Privatbesitz.
    Urkundlich wird das Dorf selbst erstmals 1197 erwähnt.
    In dem ältesten Kopialbuch des Stiftes Corvey aus dem Jahre 1190 sind aber bereits die Brüder Heinrich und Arnold von Hastenbeck als Zeugen aufgelistet.
    (Urkundenbuch zur Geschichte Westfalens, 2. Teil)
    Hastenbeck war damals ein Lehen der Grafen von Everstein, was aus den folgenden Urkunden hervorgeht.
    "Graf von Everstein, schenkt dem Kloster Amelungsborn die Forsten zu Holenberg und Nienhagen, und verkauft ihm die Zehenten derselben, nachdem er letztere dem Bischof von Minden resignirt und dafür Güter zu Hastenbeke und Nortosen zu Lehen aufgetragen; ferner verkauft er demselben Kloster Güter zu Eltersen, die er dem Bischof von Paderborn resignirt; vertauscht ihm die Güter Lintfrids gegen eine Mühle zu Biveren; und schenkt ihm einen bei dem Kloster gelegenen Wald bis zum Dorfe Negenbornen, und zwei Hoven zu Ostessen. Act. Minden in solemni synodo, cui praesedit Thitmarus episc., IV. Non. April. 1197; el consumm. H. Non. ejusd. in eccl. B. M. V. (zu Amelungsborn) in Gegenwart des Abtes Hoyco.
    Spilcker Beitr. II. S. 25."
    (Die Quellen der Geschichte Westfalens, 2. Band, Münster, 1851, Seite 89)
    "Thetmar, Bischof zu Minden, beurkundet, dass Graf Albert von Everstein, mit Einwilligung seines Sohnes Albert, fünf Hoven seines Erbgutes, nehmlich drei zu Hastenbeke und zwei zu Northofen, dem Kloster Amelungsborn geschenkt, der dortige Abt Hoiko aber diese Hoven ihm (dem Bischof) überlassen, und er dieselben dem Grafen wieder zu Lehen gereicht, dem Kloster aber dafür die Zehenten der Dörfer Holenberg und Nienhagen, welche der Graf bisher zu Lehen hatte, zu Eigenthum gegeben. A. 1197. Falke C. Tr. Corb. p. 854.
    (Die Quellen der Geschichte Westfalens, 2. Band, Münster, 1851, Seite 90)
    1311 besaß das Mindener Stift dort lediglich noch den halben Zehnten, welcher Ludolf von Lafforde verliehen war.
    Als erste urkundliche Besitzer des Schlosses erscheinen die Ritter von Hastenbeck.
    Auf dem Epitaph des Hieronymus Justus Hake in der Münsterkirche Hameln ist das Wappen der Ritter von Hastenbeck dargestellt. Das Relief zeigt einen haubentragenden Vogel.

    Hastenbeck Relief

    Relief der Herren von Hastenbeck auf dem Epitaph des Hieronymus Justus Hake (nordwestlicher Vierungspfeiler, Münsterkirche Hameln, 1615?)

    Dieses Wappen ist auch auf dem Bezug eines alten Stuhles im Rittergut Hastenbeck zu sehen.

    Hastenbeck Gobelin

    Ein Gobelin von 1595, der hier als Stuhlbezug verarbeitet wurde (Rittergut Hastenbeck).

    Neben der Jahreszahl 1595 ist dort noch der Schriftzug "Die V Zigeser" eingestickt. Der Name von Zigeser oder Zigesar leitet sich von der heute noch existierenden Burg Ziesar ab. Die Stadt Ziesar befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg). Ziesar war ein mittelalterlicher Bischofssitz. Urkundlich erscheint die Familie erstmals 1204 mit Otto von Segesere auf Wachow im Havelland, der vermutlich als Burghauptmann auf Ziesar diente. Die Verbindung nach Hastenbeck konnte ich bislang nicht klären.
    Arnold von Hastenbeck, Arnolds Sohn, bekennt, daß er in einer mit seinen Brüdern Helmich, Bertold und Helmich gemachten Erbteilung mit 1/4 des Zehnten zu Hastenbeck, dem Zehnten zu Uphusen und 2 1/2 Hufen mit 3 steden zu Aerzen - alles gegen Leistung eines jährlichen Kornzinses - von seinem väterlichen Erbe und der Leibzucht seiner Stiefmutter abgefunden ist. 24.02.1329.
    (Staatsarchiv Hannover)
    1337 werden drei Urkunden über Güter in Rohrsen ausgestellt.
    Johannes und Wasmodus Brüder von Hastenbecke, famuli, Söhne des verstorbenen Wasmodus v. Hastenbek lassen dem Abt von St. Mauritz und Simeon den halben Zehnten der villa Rordessen auf.
    (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)
    Rodolfus, Abt von St. Mauritz und Simeon, bekundet, daß vor ihm, vor Heinrich v. Helpenhusen, famulus, und den Hameler Bürgern Hermann Hod und Hermann Meinering, seinen Vasallen, Johannes v. Hastenbeck famulus und seine Frau Aleidis im Hause des Hugo Posth, Thesaurars der Hameler Kirche, das Recht am halben Zehnten in Rordessen aufgelassen haben.
    (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)
    Gerhardus de Stochem, Vogt in Hameln des Herzogs Ernst v. Braunschweig, Everhard v. Cersne, famuli, Thidericus Steneke, Bertold de Emberne jun., Hermann Hod und Hermann Meynering, Bürger von Hameln, bekunden, daß vor ihnen im Hause des Heinrich v. Hulsede, Bürger von Hameln, Aleidis, Frau des Joh. Hastenbeke famuli, ihre Leibzucht am Zehnten in Rordessen aufgelassen habe.
    (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)
    Am 24. Februar 1340 verkaufen Hermann, S. des verstorbenen Detlevus de Hastenbeke, und Hermann Sohn des verstorbenen Arnold v. Hastenbeck, famuli, die Hälfte des Zehnten und 3 Höfe mit Land in Rordessen, die bisher Johann und Bertram, Söhne des Johannes Poppendik von ihnen zu Lehn hatten, dem Friderious Scultetus, miles, und lassen sie vor Heinrich Helpenhusen miles und Amelung Hod, Bürger von Hameln, dem Abt von St. Mauritz und Simeon auf.
    (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)
    Der Knappe Konrad von Hastenbeck überläßt 1365 seine gesamten Besitztümer seinem Onkel Hermann von Hastenbeck, damit dieser ihn zum Eintritt in den Deutschorden verhilft.
    (Staatsarchiv Hannover)
    Im Jahre 1419 verschreiben die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg den Brüdern von Frenke eine Schuld auf die Feste Hastenbeck. Zu dieser Zeit gab es also schon eine Befestigungsanlage in Hastenbeck.
    (Staatsarchiv Hannover)
    1470 war "der ersame juncher Eckebracht von Hastenbeke" Burgmann zu Grebenstein. Sein Siegel zeigt einen hastigen Bock (springenden Ziegenbock)
    (Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, 1. Band, Kassel, 1837, Seite 202).
    Grebenstein liegt in Nordhessen westlich des Reinhardswalds zwischen Kassel und Hofgeismar am Fluss Esse.
    Hartung von Hastenbeck ist am 02. April 1532 unter den Zeugen einer Urkunde gelistet (Quelle).
    Die Familie von Hastenbeck starb im 16. Jahrhundert im Mannesstamm aus.
    1618 verkaufte Herzog Friedrich Ulrich das Gut Hastenbeck nebst einigen umliegenden Dörfern an seinen Minister Arnold von Wobersnow.
    Anfang des 17. Jahrhunderts belehnte Herzog Georg den Henning von Reden mit Haus, Dorf, Ober- und Untergericht zu Hastenbeck.
    Im Dreißigjährigen Krieg wurde die alte Bug Hastenbeck vollständig zerstört.
    Die Einwohnerzahl von Dorf und Gut Hastenbeck betrug 1689 192 Personen.
    Der Siebenjährige Krieg rückte auch Hastenbeck in den Mittelpunkt des militärischen Geschehens, der unglückliche Ausgang der Schlacht bei Hastenbeck am 26.07.1757 blieb für den weiteren Verlauf des Krieges nicht ohne Folgen.
    Während der Kampfhandlungen wurde der ganze Ort ein Raub der Flammen.
    1823 erfolgte die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit des Gutes Hastenbeck, das nun zum Amt Grohnde kam.
    1848 zählte man im Dorf 416 Einwohner und 58 Wohngebäude.
    Das jetzige Schloss Hastenbeck stammt aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts.
  • Bisperode

  • Bisperode Bisperode ist entstanden aus der Rodesiedlung des Bistums Hildesheim, zu dessen Grundbesitz diese Gegend gehörte.
    Im Mittelalter vermehrte sich die Bevölkerungszahl ständig.
    Um Hungersnöten mit ihren Unruhen in der Bevölkerung zu entgehen und die wilden Rodungen einzudämmen, sahen sich die Grundbesitzer gezwungen, ordnungsgemäße Rodungen nebst Siedlungen auf ihrem Grundbesitz anzulegen.
    So entstand auch die Rodung und Siedlung von Bischofsroda, d.h. Rodung des Bischofs, was im Laufe der Zeiten zu dem heutigen Namen Bisperode führte.
    Die Diözese Minden besaß hier 2 Hufen und 2 Katen, wovon der Zehnte bis 1378 an die Grafen von Hoya verliehen war.
    In diesem Jahr übertrug Graf Gerhard den Kleinen Zehnten "in Biscopesrothe" dem Kloster Amelungsborn.
    1219 bekam der Landwirt Henrizius aus Kemnade vom Bistum Hildesheim Bisperode zum Lehn und nannte sich wie das damals üblich war, nach diesem Besitz: Henrizius von Biscopingerrode (Biscopincgerothe).
    Dieser Vertrag ist die erste Urkunde über die Existenz des Ortes Bisperode.
    Nachdem das Geschlecht Biscopingerrode ausstarb, wurde das Lehn dem bereits seit 1150 urkundlich bekanntem Geschlecht von Werder de Insula 1491 zu Lehn gegeben. Sie führten im Wappen ein weißes rotgezäumtes Roß in blauem Feld. Werders kamen, wie urkundlich nachweisbar, 1132 aus der Hildesheimer Ritterschaft. Johann v. Werder erscheint als erster 1390 in einer Urkunde der Familie v. Hake in hiesiger Gegend. Sie hatten bereits Besitzungen in Bisperode, Bessingen und Harderode und waren Gerichtsherren über mehr als 1100 Morgen "Hägerland". Am Ende des 16. Jahrhunderts erhielten sie auch die Untergerichtsbarkeit des Amtes Wickensen zugestanden.
    Der Merian berichtet über den dreißigjährigen Krieg in seiner Topographia Germaniae:
    "Als Adeliche Hauß Bisperode, so im Fürstenthumb Braunschweig Wolfenbüttel, ezwa eine Meile von der Statt Hamelen gelegen, heisset eigentlich Bischofferrohda, ist vor Jahren von einem Bischoff von Hildeßheim außgerohdet und gebawet, nachgehends aber durch Vertauschung deß Ampts Steurwald und anderer Güter auff das alte Adelige Geschlecht der von Werder, Lehnsweis transferiert worden.
    Anno 1625, als der General Tilly mit der Keyserlichen Armada in diß Land kommen, auch die Armada von Hamelen ab nach der Steinburg marchiret, ist dieses Hauß nebst dem Dorff wie ebe die Scheure voll Korn gewesen gäntzliche abgebrant und eingeäschert, daß auch so wenig die von dem Werder als die Einwohner in drey Jahren sich alldaicht haben behelffen oder sich ein Mensch auffhalten können.
    Ob auch wol so viel die von dem Werder immer haben erheben können dieses Hauß mit Scheuren und Vorwercke, auch in dem Dorff die Einwohner wieder angebawet, so ist doch Anno 1638 den 2. Octob. wie der Schwedische General Lieutenant Kinge mit etzlichen Regimentern allda logirt, alle angebawete Gebäude, auch daß Dorff mit allem Korn zum andern mahl wieder erbärmlich eingeäschert und abgebrant, daß auch gedachter General Kinge kaum wegen deß Fewers vom Hause sich hat machen und demselben entrisien kösien. Sonsten gehören zu diesem Hause unterschiedliche Dörrffer sampt Zehendten, Pächten und andern präitationibus, sonderlich aber herzlich grosse Holtzungen, die in guten Mastjahren ein ehrliches außtragen können: Ist auch zimlicher Ackerbaw daselbst und das nunmehr aber eins erbawte Hauß in einer gesunden und ziemlich lustigen Gegend gelegen."
    Durch Ankauf des wüst gewordenen Bauernlandes vergrößerten Werders den Besitz. Jedoch bereits 1665 starb der letzte männliche Sproß dieses Zweiges der Familie Jobst v. d. Werder und hinterließ 5 Töchter. Um das frei gewordene Lehen bemühten sich vergeblich Familienmitglieder aus dem Anhaltinischen Werder-Zweig.
    Zugleich entbrannte ein Streit über die Oberlehnshoheit zwischen dem Herzog von Braunschweig und dem Bischof Maximilian von Hildesheim, der zugleich Kurfürst von Köln war und von 1650 bis 1688 regierte.
    Um das frei gewordene Lehngut Bisperode bewarb sich auch Hermann Werner von Wolff-Metternich, Fürstbischof zu Paderborn, der sich gleich nach dem Tode des Jobst v. d. Werder in den Besitz von Bisperode setzte. Die Familie Metternich hat ihren Ursprung in einem Zweig derer von Hemmerich, auch der Hembergs. Da sie anscheinend im benachbarten Dorf Metternich Grundbesitz erworben hatten, nannten sie sich vom 14. Jahrhundert nach diesem. Es bestanden 12 führende Linien, von denen eine als einzigste 1635 den Reichsfreiherrntitel erwarb. Eine Neubelehnung der Anhaltinischen Werder-Linie lehnte die Lehnscurie ab. Der Grund für dies Verhalten dürfte darin zu blicken sein, daß die Werder'sche Familie dem katholischen Glauben abgeschworen und maßgebend auf Seiten des Königs Gustav Adolf v. Schweden gekämpft hatte. Nach 40-jähriger Prozeßdauer entschied das Reichskammergericht 1720 zu Gunsten der Wolff Metternich's. 1683 erwarben Metternich's die Untergerichtsbarkeit über Bisperode und Bessingen und es wurde dieser Familienzweig 1731 in den Reichsgrafenstand erhoben. Bereits in den Jahren 1694 bis 1700 ließ Hermann Werner Wolff Metternich zur Gracht, Fürstbischof zu Paderborn das barocke dreiflügelige Wasserschloß Bisperode in seiner heutigen Gestalt an der Stelle des ehemaligen durch die Hildesheimer Stiftsfehde, den Dreißigjährigen Krieg etc. mehrfach abgebrannten und wieder aufgebauten Werder'schen Edelhof von dem Kapuzinerbruder Ambrosius aus Oelde wieder errichten.
    Die Bisperöder Feldmark war in Gewannen aufgeteilt. Ein Ausdruck, der sich in Flurbezeichnungen wie Ochsenhals, Rehhagen, Teufelsbrok noch lange erhalten haben. Abgegrenzt wurden die Gewanne durch die Gewannsteine. In jeder Gewanne hatte der Bauer ein Tagewerk oder einen Morgen Land, das er an einem Morgen oder Tage beackern konnte.
    Die Fruchtart wurde durch das Hub- und Haingericht vorgeschrieben, wie auch die Dreifelderwirtschaft.
    Das gesamte Land eines Bauern umfaßte zwischen 20 bis 40 Morgen.
    Das Vieh wie Schafe, Rinder, Pferde, Schweine wurden auf Koppeln und zur Eichelmast in den Wald getrieben, wodurch die Felder keinen Mist bekamen.
    Geackert wurde mit Holzpflug, -Egge,- Walze.
    Als Fahrzeug diente der zweiräderige Karren.
    Von den Erträgen mußte der Bauer den "Zehnten" als eine Art Pacht abgeben. Hinzu kam oft der "Meyerzins" in Gestalt von Geflügel, Eier, Fleisch, Obst usw., dazu Spann- und Herrendienste. Wer seinen Verpflichtungen nicht nachkam, wurde abgemeiert.
    Niemand konnte ohne Einwilligung des Gutsherrn das Dorf verlassen, ein Handwerk erlernen oder heiraten. Junge Leute, die ein Handwerk erlernen oder ehrbare Frauen heiraten wollten, konnten sich freikaufen. Kinder treuer Diener, die gute Anlagen zeigten, wurden von gütigen Gutsherren auch unentgeltlich entlassen.
    Die wirtschaftliche Lage der halbfreien Bauern im hannoverschen Gebiet war recht ungünstig. Einerseits mußten sie eine Art Pacht an den Grundbesitzer und den Zehnten des Ernteertrages für Städte und Regierung abgeben, andrerseits dem Grundbesitzer kostenlose Hand- und Spanndienste leisten, die zeitlich nicht festgelegt waren. Dazu kamen die Naturallieferungen für Pfarre, Küsterei und Schule.
    So kam es 1775 zum Bauernaufstand in Bisperode und Bessingen. Die Bauern dieser Dörfer schlossen sich zusammen und gingen auch handgreiflich gegen Hofmeister und sonstige sie beaufsichtigten Angestellte vor. Es dauerte längere Zeit bis sich die streitenden Parteien in vielen Gerichtsverhandlungen einigen konnten. Da diese Schwierigkeiten überall in der Landwirtschaft auftraten, erließ 1834 die Braunschweigische Regierung, beeinflußt von den liberalen Reformen des Reichsfreiherrn Karl von Stein (1757 - 1831), ein Gesetz, daß den leibeigenen Bauern mehr Freiheiten zugestand. Sie erhielten das Recht, die auf ihnen liegenden Lasten mit Geld abzulösen, wozu ihnen die Regierung verbilligte Kredite zur Verfügung stellte. Diese Regelung wurde 1841 auch von Hannover übernommen. So gut diese Regelung für fleißige und tüchtige Bauern war, so ungünstig war sie für Grundbesitzer, die nun genötigt waren für die Bearbeitung ihrer Ackerflächen sowie für die Pflege ihres lebenden Inventars Löhne zu bezahlen.
    Der Einsatz von Maschinen und anderer uns heute selbstverständlichen Techniken, Forschung und Ausbildung war noch sehr gering und viele Grundbesitzer waren diesen Problemen nicht gewachsen.
    Etwa um das Jahr 1875 boten daher die damaligen Besitzer, die Freiherrn von Wolff-Metternich, das Gut Bisperode der Gemeinde zum Ankauf an, die aber diesen Kauf ablehnte.
    Darauf wechselten die Besitzer einige Male bis der Landwirt August Voss aus Mascherode bei Braunschweig, aus einer alten Landwirtsfamilie stammend, das Gut für seinen Sohn Arthur dazu kaufte und seit dem 1. April 1901 bewirtschaftete.
    Neben dem Patronat für die kirchlichen Belange waren die Grundbesitzer auch für die Schulen zuständig. Die Schulverhältnisse auf dem Lande waren damals recht schlecht. So auch in Bisperode mit den dazu gehörigen Nachbardörfern. Daher wandte sich, wie aus den noch vorhandenen Akten ersichtlich ,der Schulmeister, Landschatzaufseher und Schneider Johan Friedrich Oppermann 1789 an das fürstliche Konsistorium und führte an, dass das Schulhaus nur eine Stube besitze, in dem er sein Handwerk verrichte, seine ganze Familie wohne und alle Schulkinder unterrichte. Die Eingabe endet mit: "In ehrfurchtsvoller Erwartung um gnädige Hörung meiner demütigsten und fußfälligsten Bitte bin ich Euer Hochwohlgeboren, Hochwürdige und Wohlgeboren untertänigster Knecht. Das Konsistorium verfügte, dass das gräfliche Gericht in Bisperode und der Superintendent bei der Gemeinde vorstellig werden solle, wie diesem übel abzuhelfen sei. Sechs Jahre später erhielt es nach Androhung hoher Strafen den Bericht des Grafen Metternich, dass alles in Ordnung sei. 23 Jahre später richtet der Nachfolger des Lehrers, der Schullehrer Reus, eine Eingabe an das fürstliche Konsistorium, mit der Bitte um Befehl zur Erbauung eines neuen Schulhauses. Es sei nicht möglich 40-50 Kinder in einem Raum zu unterrichten, in der sich die Familie mit kleinen Kinder und die Frau mit ihren Hausarbeiten aufhalte. Am 1. Juli 1823 gibt derselbe Lehrer beim Fürstlichen Kreisgericht in Eschershausen zu Protokoll, dass er und seine Familie nicht mehr in dem zerfallenden Hause wohnen könne. Er vermöge sich nicht mehr im Bett vor Regen zu schützen; bei jedem Windstoß liefe er Gefahr mit seiner Familie durch den Einsturz des Gebäudes verschüttet zu werden. Auch könne er seiner Pflicht des Unterrichts in der kleinen Stube eingezwängt, durch das unmöglich zu verhindernde Geschrei und Geschrei der eigenen Kinder so oft gestört werde. Erst 1864, also 68 Jahre nach der ersten Eingabe konnte sich Bisperode eines neuen Schulhauses erfreuen.
    Heute besitzt Bisperode ein große moderne Schule mit Turnhalle, einen weitläufigen Kindergarten, Fußballplatz, Gemeindehaus, dazu drei Allgemeinärzte, zwei Zahnärzte, zwei Banken, tgl. Busverbindung nach Hameln und Holzminden, sowie eine Postfiliale neben einem regen Vereinsleben.
    Auch für die Befriedigung der alltäglichen Notwendigkeiten ist in Bisperode durch die große Zahl von Geschäften, Handwerksbetrieben und Gasthäuser gesorgt.

Weitere Dörfer in der Nähe sind:

  • Diedersen

  • Diedersen In alten Urkunden wird der Ort Diedercing, Diedersing, Diderscinghusen, Didereckeshusen genannt. Laut Freydanck hat das die unzweifelhafte Bedeutung von:Dieter oder Dietrichshausen.
    Für die Erklärung des Beiwortes "Dieder" in Diedersen gibt es zwei Möglichkeiten:
    a) Entweder liegt dem "Dieder" der altgermanische Namen "Theudhar" später "Diether" = Volksherr zu Grunde.
    Diese Annahme wird durch die angeführten Urkunden unterstützt, die sämtlich aus "Dieders" und "ing" oder "inghusen" zusammengesetzt sind, in der wörtlichen Bedeutung von Wohnstätte des "Dieder" (=Dietherr).
    b) Oder das "Dieder" ist der Kurzname des weitverbreiteten altgotischen Namens "Thiudareik", der im griechisch-römischen Munde zu "Theodoricus", im deutschen Munde zu "Dieterich" oder "Dietrich" (=Volkskönig) wurde.
    Für diese Abteilung spricht eine Urkunde, nämlich das Lehenregister des Bischofs Gottfried von Minden aus 1304, in dem es von einem gewissen Thidericus von Bessingen heißt: Thidericus ... hat einen Hof und eine Mühle in "Diederecheshusen" (also Diedrichshausen).
    Um 1300 war der Zehnte verlehnt an den Edelherrn Konrad von Arnheim, später an Heinrich von Elpenhusen.
    1304 bis 1324 heißt es im Lohnregister des Bischofs Gottfried von Minden:
    "Thidericus von Bessingen (wahrscheinlich identisch mit von Haken) hat einen Hof und eine Mühle in Diderecheshusen".
    Eine Urkunde vom 14.03.1358 handelt von Land in Dierssen (Quelle).
    Möglicherweise ist damit das Dorf Diedersen gemeint.
    1413 Obligationen der Herzöge Bernd und Otto über 80 Gulden für die Gebrüder Ernst und Hans Rasche unter Verpfändung von Ländereien u.a. zu Diedersen.
    1426 Obligationen der Herzöge Bernd, Otto und Wilhelm über 250 Gulden für Ernst Tilman und Hans Rasche Gebrüder unter Verpfändung weiterer Ländereien u.a. zu Diedersen (Quelle).
    Am 14.11.1507 verkaufen die Gebrüder von Hastenbeck dem Mindener Domkapitel für 140 Gulden eine jährliche Rente von 7 Gulden aus ihrem von Corvey lehnsrührigen Sattelhofe zu Diedersen (Quelle).
    1513 belehnt Abt Franz von Corvey den Hartung von Hastenbeck, zu Mitbehuf des Hermann von Hake, mit einem freien Sattelhofe, einer Mühlenstätte, einem Schafwerke, 6 Hofstätten und 14 Hufen zu Diedersen.
    Die Gebrüder von Hastenbeck verpachteten das Haus Diedersen ihrem Schwager Hermann von Hake.
    Am 09.05.1518 bekennt der Abt Franciscus von Corvey, dass die Brüder Statius und Hartung von Hastenbeck eine Rente von einem Fuder Korn jährlich aus einem Meierhof in Diedersen (Daderssen) für 60 rheinische Gulden an Ernst Hake, Bürgermeister von Münder, auf Wiederkauf abgetreten haben. Der Abt erklärt sein Einverständnis als Lehnsherr (Quelle).
    Den 02.08.1522 schließen Statius und Hartung von Hastenbeck und Johann von Reden (Rheden) unter Vermittling von Dietrich von Reden (Rheden) einen Vertrag über das bisher von Hermann Hake bewohnte Haus Diedersen, das die von Hastenbeck nunmehr dem Johann von Reden gegen eine Kornrente unter festgesetzten Bedingungen überlassen, doch behalten sie sich das zugehörige Dorf Dadersen mit Ausnahme der Meier- und Kötnerdienste vor (Quelle).
    1525 verpfändet Hartung von Hastenbeck Haus und Wohnung zu Diedersen seinem Schwager Johann von Reden für 260 Reichsthaler.
    1558 belehnt der Abt von Corvey den Dietrich Hake mit dem früher Hastenbeckischen Lehen, während die von Reden mitbelehnt wurden.
    Das Lehen bestand in einem freien Sattelhofe, einer Mühlenstätte, einem Schafwerke, 6 Hofstätten und 14 Hufen Landes zu Diedersen und mit dem Gerichte daselbst.
    Um 1600 sind Tedel Friedrich von Wallmoden und seine Vettern Tedel Burghard und Jobst Heinrich von Wallmoden mit Land u. a. in Dassensen und Diedersen belehnt (Quelle).
    Am 22.01.1694 belehnt der Abt Gregor des Abdinghofklosters St. Peter und Paul zu Paderborn den Johann Hermann Burchardt von Zerssen (Zertzen) zu Pachtlehnsrecht u.a. mit 12 Hufen zu Diedersen (Diedershausen) gegen eine jährliche Abgabe von 5 rheinischen Goldgulden. Die Güter hatte zuvor die Familie von Wiedenbrück zu Lehen gehabt (Quelle).
    Christoph Aschatz von Hake ließ laut einer Urkunde vom 25. März 1788 das castrum nobile zu Diedersen genau verzeichnen, und ergiebt dieselbe, daß die Herren von Hastenbeck, welche Diedersen früher besaßen, dieses Gut 1525 an Johann von Reden wiederverkäuflich veräußert hätten, daß Hieronimus von Hake 1569 als Lehnsnachfolger der Herren von Hastenbeck das Gut Diedersen wieder eingelöst habe. Damals ist das castrum nobile teils mit einem Walle, teils mit einer Graft umgeben gewesen, und hat erstlich Hieronimus von Hake den Anfang gemacht, die Haushaltungsgebäude außerhalb der Graft und des Walles anzulegen. Die Rudera jenes Walles, sowie einer alten Mauer waren 1788 zum Teil noch sichtbar.
    Der 30 jährige Krieg wütete auch in der Umgegend von Diedersen sehr. Kaiserliche und Schweden standen sich hier einander gegenüber und suchten sich gegenseitig möglichst viel Schaden zuzufügen.
    Die Edelleute flüchteten von ihren Gütern und begaben sich unter den Schutz der einen oder anderen Partei.
    Auch während der Schlacht bei Hastenbeck hatte das Gut Diedersen viel zu leiden.
    Die Franzosen plünderten es, zerschlugen alle Möbel und warfen die Registratur auf die Düngerstätte.
    Das Gut ist noch im Besitze der Familie von Hake.
    Diedersen ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Coppenbrügge.
  • Afferde

  • Afferde Afferde lässt sich urkundlich bis in das Jahr 1231 nachweisen.
    Alte Formen des Ortsnamens sind Afforde, Affordia, was "Furt durch Wasser" oder "wasserreiches Land" (das von Hamel und Remte genährte Sumpf- oder Wiesenland) bedeutet.
    1234 besitzt das Hamelner Bonifatiusstift Land in "Klein Afferde" (Quelle).
    1255 werden in einer Urkunde neben Hameln die Orte "Klein Afferde" und "Scheckenhusen" erwähnt (Quelle).
    In einem Vertrag von 1239 wird zwischen Klein- und Groß-Afferde ("in parvo... in magno affordia") unterschieden.
    1689 betrug die Einwohnerzahl 219 Personen, 1848 hingegen 423 und 72 Wohngebäude.
    Die Teilung der Ostermark Mitte des 19. Jahrhunderts bedeutete auch für Afferde eine Ausweitung des Gemeindelandes.
    1852 wird Afferde dem Amt Hameln zugewiesen.
    1860 erfolgt auf der Hamelinsel "Zur Lust" die Errichtung einer mechanischen Spinnerei und Weberei.
    Durch Zusammenarbeit der Kreise Hameln, Holzminden und Grafschaft Schaumburg entsteht 1913 das Kraftwerk Afferde.
    Nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich bis 1960 die Bevölkerung von Afferde gegenüber der Vorkriegszeit mehr als verdoppelt, was eine sehr rege Neubautätigkeit mit Bildung ganz neuer Siedlungsgebiete zur Folge hatte.
  • Tündern

  • Tündern Tundirum - in späteren Zeiten auch Tunderen - ist zusammengesetzt aus dem altsächsischen Wort für Zaun, Umfriedung und Heim.
    Unter dem Namen Tundirum wird Tündern erstmals in einer Urkunde Heinrichs II. aus dem Jahre 1004 genannt, wonach das Kloster Kemnade, das Güter in Tündern hatte, in den Schutz des Reiches aufgenommen wurde:
    02.11.1004
    Heinrich nimmt das von den Schwestern Frederuna und Imma mit Hilfe des Grafen Gero gegründete Nonnenkloster Kemnade, dem die Gründerinnen ihre aufgezählten Besitzungen geschenkt haben, in seinen Schutz und verleiht ihm die Freiheit von Gandersheim, Quedlinburg und Herford mit dem Vorbehalt, dass das Kloster bis zum Tode der Stifterinnen in deren Besitz bleibe, sowie die Immunität und das Wahlrecht.
    Vollständiger Text
    1294 bezeugt Ludwig von Homburg, dass er seine Vogtei Tündern verpfändet habe.
    In Urkunden vom 24.08.1302, 11.02.1319, 26.07.1319, 18.07.1322 und 27.02.1323 werden ein Ritter Ludolf von Tündern und seine Gattin Alheydis erwähnt.
    (Westfälisches Urkundenbuch, Band X, Die Urkunden des Bistums Minden 1301/1325, Nr. 45, 630, 670, 827 und 849)
    In einer Urkunde vom 19.11.1313 wird der Ludolf von Tündern genannt.
    (Urkunde im Staatsarchiv Hannover)
    Im Mittelalter befand sich die Hochgerichtsstätte des Amtes Ohsen bei dem Dorf Tündern.
    Dort wurden im Jahre 1583 zwei Hexen verbrannt.
    (Auszug aus der Hexenprozeßakte)
    1763 wurde an dem Platz ein Pferdedieb erhängt.
    Anhand älterer Karten läßt sich der Gerichtsort genau lokalisieren.
    Karte mit Gerichtsstätte (Kurhannoversche Landesaufnahme 1773)
    Im 14. Jahrhundert hatte die Adelsfamilie von Hake erste Besitzungen in Tündern erworben.
    1403 überließ Heinrich von Homburg seinem Neffen einen Teil der Herrschaft, zu der auch Tündern gehörte.
    Der Ort wies schon im Mittelalter eine Kirche auf (1376 wird ein rector "ecclesiae in Tunderen" erwähnt).
    1689 zählte man in Tündern, das in damaliger Zeit zum Amt Ohsen gehörte, 468 Einwohner.
    Der Ort wurde im Siebenjährigen Krieg, insbesondere während der Ereignisse bei der Schlacht von Hastenbeck, stark in Mitleidenschaft gezogen.
    In der napoleonischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts kam Tündern zu Börry, 1852 vom Amt Grohnde zum Amt Hameln.
    1848 betrug die Einwohnerzahl 752 Personen bei 106 Wohngebäuden.
  • Hagenohsen

  • Hagenohsen wurde in alten Urkunden Northohsen genannt.
    Als Eversteinsche Besitzung ist der Ort schon 1104 verzeichnet.
    Das Schloss war ursprünglich auf einer Insel gelegen, bis der westliche Weserarm trockengelegt wurde.
    Aus Eversteinschem Besitz kam es an den Bischof von Köln, später an den Herzog Wilhelm von Braunschweig.
    Unweit von Hagenohsen fand im Jahre 1381 ein Kampf zwischen denen von Hake und den Stadthauptleuten und Schützen von Hannover statt, wobei die Hannoveraner in Gefangenschaft gerieten und erst durch ein hohes Lösegeld befreit wurden.
    Zur Reformationszeit war das Schloss oft Aufenthaltsort des Herzogs Erich Il. Peter der Große von Russland logierte auf einer seiner berühmten Reisen ebenfalls im Schloss von Hagenohsen. Eine alte Sage behauptet, der Turm des Amtshauses sei von Karl dem Großen gegen die Sachsen angelegt. In diesem Turm sei dann der Anführer der Sachsen, Wittekind, eine Zeitlang gefangen gehalten worden.
  • Kirchohsen

  • Kirchohsen ist urkundlich 1104 erwähnt, als Kaiser Heinrich IV. eine Schutzurkunde für das Kloster Fischbeck in Villa Ohsen ausstellte.
    Es wird überliefert, daß die Kirche in Kirchohsen auf Veranlassung von Kaiser Karl dem Großen erbaut sei. In einem Fenster der Kirche war sein Bild auf Glas gemalt mit der Inschrift "Carolus Magnus Fundator Ecclesiae in Ohsen". Zur Belohnung für die Hilfe, welche die Einwohner von Ohsen beim Bau der Kirche geleistet haben, sollen sie von Kaiser Karl von der Abgabe des Zehnten befreit worden sein.
    Eine besondere Bedeutung erlangte Kirchohsen dadurch, daß es Sitz des mindenschen Archidiakonats wurde. Das heißt, daß von hier aus 54 Kirchen der Umgebung zu betreuen und zu beaufsichtigen waren.
    Als Besonderheit ist zu erwähnen, daß im Kirchenbuch längere Ausführungen über zwei Prozeduren gegen eine Hexe und einen Zauberer in den Jahren 1654 und 1655 enthalten sind.
  • Emmern

  • In älteren Urkunden wird der Ort auch Emberen (1237) und Emere (1268) genannt.
    Laut Freydanck bedeutet der Ortsname Heim an der Emmer.
    Der Name des kleinen Flusses Emmer hat folgende Bedeutung: (Link 1) (Link 2)
    Emmer, Amer, Immer [von ahd. amar], Zweikorn, die Weizenart Triticum dicoccum, eine alte Kulturpflanze, mit meist zweiblütigen Ährchen, wurde in Anatolien wohl schon im 7. Jahrtsd. v. Chr. angebaut. In Mesopotamien und Ägypten war Emmer schon im Neolithikum bekannt und blieb in Ägypten und Äthiopien bis ins Mittelalter das gebräuchlichste Brotgetreide. In Mitteleuropa kannten die Bandkeramiker den Emmer bereits um 4000 v. Chr. Aus dem Spätneolithikum ist er an zahlreichen mitteleuropäischen Fundstellen nachgewiesen. Nach der Bronzezeit ging sein Anbau aber immer mehr zurück. Heute wird Emmer in Europa kaum noch angebaut (Link).
    Der Überlieferung zufolge hätten auch die Einwohner von Emmern beim Bau der Kirche in Ohsen so fleißig geholfen, daß sie dafür von Karl dem Großen vom Zehnten befreit wurden. Demnach wäre der Ort sehr alt.
    Im Jahre 1109 kommt in der Geschichte von Hameln eine Familie von Emberne vor. Nach dieser Familie ist die Emmernstraße in Hameln benannt.
    Urkundlich besaß bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts ein Ritter Stuve einen großen Teil des Ortes als eversteinsches Lehen.
    Danach kam es 1307 an Ernst und dessen Bruder Hermann Hake.
    Am 24.06.1357 wird ein Bertold von Embere urkundlich erwähnt (Quelle).
  • Ohr

  • ohr Der Ortsname Ohr ist aus der Wasserbezeichnung "ar" entstanden.
    In den Urkunden von 1056 bis 1080 wird der Ort als Otheren bezeichnet, 1247 Odere und Oder noch bis 1537.
    Ohr gehört zu den Ortschaften, von dessen ursprünglichen Ortsnamen nur ein Teil übrig geblieben ist. Der ursprüngliche Wortteil der Siedlungsbezeichnung wurde schon recht früh weggelassen.
    Hingegen hat der nahegelegene Ohrberg sein Grundwort "Berg" behalten.
    Die Bedeutung des Ortsnamens ist demzufolge "Haus oder Heim am Wasser".
    Das Dorf Ohr ist ein sehr altes Dorf und wird schon in einem Verzeichniß des Klosters Fulda aus dem 9. Jahrhundert erwähnt (Quelle).
    Der Ort ist seit Anfang des 14. Jhdts im Besitz der Herren von Hake. Hermann und Ernst von Hake wurden 1307 mit dem Gute Ohr belehnt.
    Am 19.11.1404 fand die Schlacht am Ohrberge statt, ein Ereignis aus den Eversteinschen Erbfolgekrieg, der zwischen den Häusern Lippe und Braunschweig-Lüneburg ausgetragen wurde.
    Die Anlagen auf dem Ohrberg wurden von Georg Adolf von Hake angelegt (1818 bis 40).
    Ohr ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Emmerthal.
  • Bessinghausen

  • Frühere Namen sind Batsingehusen, Betzinchusen, Bessyngehusen und Besinghusen.
    Urkundlich wird der Ort erstmals am 09. März 1062 erwähnt. König Heinrich IV. verleiht der bischöflichen Kirche zu Hildesheim aufgrund der Intervention seiner Mutter, der Kaiserin Agnes, sowie in Anbetracht der treuen Dienste Bischof Hezilos mit Zustimmung Bischof Egilberts von Minden, seiner Schwester Adelheid, der Äbtissin von Gandersheim, ferner Bischof Immads von Paderborn, Abt Sarachos von Corvey, Herzog Ottos von Bayern sowie aller übrigen Inhaber von Besitzrechten einen Forstbann innerhalb näher bezeichneter Grenzen an der Leine (u.a. bei Bessinghausen) mit der Verfügung, daß innerhalb des genannten Gebietes allein den Bischöfen von Hildesheim die Jagd zustehen soll und verhängt über Zuwiderhandelnde eine Buße von 60 Goldmünzen für jedes erlegte Tier (Quelle).
    Rado von Bessinghausen und sein Bruder Dietrich treten in einer Urkunde von 1241 als Bürgen für die von Reinvordessen bei einem Güterverkauf auf (Quelle).
    Die Töchter des verstorbenen Raven von Börry, Kunigunde und Hildburg überlassen im Jahre 1246 aus ihrem väterlichen Erbe dreieinhalb Hufen in Bessinghausen vogteifrei dem Kloster Wülfinghausen (Quelle).
    1319 erscheinen die Brüder Hartmann und Bruno von Bessinghausen und der Rade von Bessinghausen gemeinsam als Zeugen in einer Urkunde (Quelle).
    Auch wird der Ort in einem Güterverzeichnis des Stiftes St. Bonifatii im Jahre 1311-24 erwähnt. Demnach war Hermann von Bessinghausen Kanoniker dieses Stiftes.
    Rado von Bessinghausen siegelt als Zeuge in einer Urkunde von 1341 (Quelle).
    Am 27. November 1364 kauft Bertold Tappe vom Kloster Wülfinghausen dessen Gut in Bessinghausen zu Lehen für neunzehn Pfund Hannoversch (Quelle).
    Der Knappe Rado von Bessinghausen verpfändet am 13. März 1390 dem Hermann Brinck und seiner Frau Jutta für ein Darlehn von 10 Pfund hannoverscher und höxterscher Pfennige Henneke Müschen zu treuer Hand seine Hufe zu Hasselvorde, die zur Zeit Hartmann Gherdes baut, und zwei Kotstätten daselbst (Quelle).
    Bertold Basselin, Domherr zu Paderborn, und Obödientiar zu Bessinghausen, belehnt den Knappen Dietrich Hake am 26. September 1399 mit dem Gut der genannten Obödienz gegen Entrichtung eines jährlichen Zinses (Quelle).
    Obödienz (lat.: obedientia, auch: oboedientia: „Gehorsam, Anhang“; oboediens: „gehorsam“) oder Oblei ist ein kirchliches Sondervermögen, das meist durch eine Schenkung an ein Kollegiatstift oder Domkapitel entstanden ist. Obödienzen gehören nicht zum Stiftungsvermögen und stehen daher meist unter der getrennten Verwaltung eines Einzelnen, z. B. eines Mitglieds der genannten Kirchen.
    Am 29. März 1405 verpfändet Hermann Graf von Everstein und Herr zu Lippe dem Luder von Duingen für 26 Mark hildesheimischer Währung die 3 1/2 Hufen zu Börry, die Rado von Bessinghausen zu Lehn gehabt hat (Quelle).
    Herbord von Frencke bestätigt am 19. Oktober 1475 dem Herzog Friedrich den Älteren (Braunschweig-Lüneburg) den Empfang des Lehens von Frenke und Bessinghausen (Quelle).
    Rabe von Pappenheim, Domherr zu Paderborn und Obödientiar zu Bessinghausen, belehnt am 28. März 1481 den Knappen Heinrich von Halle mit den Gütern der genannten Obödienz gegen einen jährlichen Zins von 1 Pfund hannoverscher Pfennige (Quelle).
    Am 7. September 1487 September verpfändet Hugo von Hastenbeck dem Priester Segherde Segherdes für 46 rheinische Gulden den Erbzehnten in der Feldmark zu Bessinghausen zwischen Esperde und Börry (Quelle).
    Georg von der Wense bestätigt am 12. Oktober 1565 den Herzögen Heinrich und Wilhelm den Jüngeren (Braunschweig-Lüneburg) den Empfang des Lehens von Frenke und Bessinghausen, Esperde u.a. (Quelle)
    Herzog Julius (Braunschweig-Lüneburg) belehnt Christoph von der Schulenburg 1561 u.a. mit 1/3 Zehnt in Bessinghausen (Quelle)-
    1583 erhalten die Gebrüder von Münchhausen eine Pfandverschreibung des Herzogs Erich des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg über das Schloss Grohnde und die zum Haus Calenberg gehörigen Dörfer Esperde und Bessinghausen auf 9 Jahre für 36.100 Taler (Quelle)
    Bessinghausen ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Emmerthal.
  • Börry

  • Börry Börry ist zuerst in einer Urkunde des Kaisers Heinrich 11. des Heiligen von 1004 erwähnt. Hier heißt der Ort Villa Barigi.
    Im corveyschen Güterverzeichnis erscheint dieser Name.
    Ernst von Hake erwarb hier 1301 einen Hof.
    Es erscheint hier der Name einer Familie von Borge. Ober- und Unterbörry wurden urkundlich zuerst 1288 unterschieden.
    Börry war seit 1663 Sitz einer Superintendentur.
    Am 19. 8. 1748 brannte fast der gesamte Ort ab. Seit der Zeit wird der Brandtag gefeiert.
    Börry ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Emmerthal.
  • Grohnde

  • Grohnde Grohnde verdankt seine Entstehung der Burg von Grohnde.
    Urkundliche Erwähnungen sind aus den Jahren 1367 und 1528 vorhanden.
    Frühere Namen waren Grone, Gronde, Groinde.
    Anfänglich eversteinisch, dann spiegelbergisch, wurde Grohnde zuletzt braunschweigisch.
    Bevor der westliche Arm der Weser trockengelegt wurde, bildeten Burg und Flecken eine Insel - Stembul.
    Im Jahre 1241 fand die Schlacht bei Grohnde zwischen den Herzögen von Braunschweig und dem Bischof von Hildesheim statt.
    Grohnde ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Emmerthal.

Die nächstgelegenen Städte sind

  • Hameln

  • Hameln Die Stadt der weltbekannten Rattenfängersage liegt ca. 50 km südwestlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover im Norden der Bundesrepublik Deutschland.
    Die wirtschaftlich und insbesondere touristisch bedeutende Stadt an der Weser bildet das Zentrum des reizvollen Weserberglandes, das sich zu beiden Seiten der Weser vom Ursprung des Flusses in Hannoversch Münden (Zusammenfluss von Fulda und Werra) bis in den Raum Minden erstreckt.
    Die Rattenfängerstadt hat ca. 60.000 Einwohner, von denen rund 2/3 in der Kernstadt und 1/3 in 13 Ortsteilen leben.
    "Hamelon" lautet der älteste aus der Zeit um 800 n.Chr. überlieferte Name von Hameln.
    Gemäß Bahlow hat die Stadt von der Hamel seinen Namen, welche dort in die Weser mündet.
    Laut dem Heimatbuch des Kreises von 1934 beduetet der Name "Die Waldstelle auf der Halbinsel".
    Freydanck schreibt dazu, daß Hameln ursprünglich "Hamelhem" in Bedeutung von: "Heim an der Hamel" oder "Heim am Hamelfluß" geheißen hat.
    Prof. Udolph schreibt zu Hameln: Um das Jahr 825 verwirklichte Ludwig einen Plan seines Vaters, Karls des Grossen. Er ließ eine Festung für den Kampf gegen die Heiden an der Alster errichten. Diese Fluchtburg bekam den Namen Hammaburg.
    Daraus entwickelte Namen: Hamburg, Hamm, Hameln, Hemeln, Hohenhameln, und auch die engl. Ortsnamen wie Hambleden, Hambledon, Hameldon.
    Das englische Wort "ham" für Schinken ist mit dem Namen verwandt. Denn Schinken, Hüfte, Lende, Schenkel, gehen auf eine Grundbedeutung: Biegung, Krümmung, Winkel zurück.
    Und genau diese Grundbedeutung, nämlich der "Winkel" liegt der Siedlung, die im Winkel zwischen Alster und Elbe entstanden ist, zugrunde.
    Meine persönliche Meinung ist, daß "-meln" ein eingekürztes Grundwort für molen ist.
    Somit würde sich eine Übersetzung i.S.v. "Wassermühle" ergeben. Die Geschichte der Siedlungsspuren im Hamelner Raum reicht bis in die Steinzeit zurück.
    Ab wann sich auf dem Boden der Altstadt dörfliche Strukturen bilden, bleibt ungeklärt.
    Auf den gestifteten Gütern eines kinderlos verstorbenen sächsischen Grafen gründet die Reichsabtei Fulda um 851 an einem günstigen Weserübergang das Benediktinerkloster Hameln. Im Laufe der Zeit bildet sich vor dem in ein Kollegiatstift umgewandelten Kloster eine Marktsiedlung, die um das Jahr 1200 erstmalig "civitas", Stadt genannt wird.
    Weltweit bekannt wird Hameln durch den Auszug der "Hämelschen Kinder" (1284), aus dem sich später die Rattenfängersage entwickelt.
    Von 1426-1572 ist Hameln Mitglied des Hanse-Städtebundes.
    Im 16. Jahrhundert wetteifert die reiche Kaufmannschaft Hamelns mit dem Landadel und errichtet die prächtigen Bauten der Weserrenaissance.
    1664 beginnt der Ausbau Hamelns zur stärksten Festung des Fürstentums Hannover, der Ende des 18. Jahrhunderts mit der Befestigung des Klütbergs abgeschlossen wird. Die Festung trägt daher den Namen "Gibraltar des Nordens".
    1808 wird die Festung auf Befehl Napoleons I. geschleift.
    Dadurch wird die Voraussetzung für eine Ausweitung der Stadt geschaffen.
    1867 wird Hameln preußisch.
    Die Eisenbahn Hannover-Altenbeken erreicht 1872 Hameln.
    Neben der traditionellen Mühlenindustrie entsteht 1889 die erste Teppichfabrik.
    Im Zuge der Gebietsreform wird 1973 die bisher selbständige Stadt Hameln Teil des Landkreises Hameln-Pyrmont; 12 Umlandgemeinden werden der Stadt Hameln zugeordnet.
    Von 1968 bis 1992 wird eine umfassende Altstadtsanierung durchgeführt.
    1996 wird das Veranstaltungszentrum Weserbergland-Zentrum eröffnet, 1999 das Werder neu gestaltet und mit einer Fußgängerbrücke erschlossen.
    2000 eröffnet das neue Tourismus-Infocenter.
    Heute ist Hameln das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum des Weserberglandes.
  • Bad Pyrmont

  • Bad Pyrmont Bad Pyrmont liegt im Weserbergland zwischen Hameln (etwa 20 km) und Paderborn (etwa 60 km).
    Die Stadt ist niedersächsisches Staatsbad.
    Bekannt wurde der Ort 1556/57, als 10.000 Menschen aus ganz Europa herbeikamen ("großes Wundergeläuf"), um Heilung zu finden und die wundertätige Quelle zu erleben.
    Der Ort beherbergt einen der schönsten Kurparks Deutschlands.
    Einmalig ist auch die "Dunsthöhle", wo natürliche Kohlensäure (als Mofette) an die Oberfläche steigt.
    Schon die Römer und Germanen kannten und nutzten die Pyrmonter Heilquellen. Das ist durch ungefähr 300 bronzene Fibeln, drei römische Denare und eine provinzialrömische emaillierte Schöpfkelle belegt, die im Jahr 1863 bei Bauarbeiten an der Brodelquelle entdeckt wurden. Die Funde stammen aus der Zeit von den letzten Jahrzehnten v. Chr bis weit ins 4. Jahrhundert hinein, wobei ein Schwerpunkt offenbar am Ende des 2. und Beginn des 3. Jahrhunderts liegt. Es handelt sich offenbar um ein altes Quellheiligtum.
    Die Anfänge des Ortes Pyrmont liegen im Mittelalter. Nach dem Sturz Herzog Heinrichs des Löwen im Jahr 1180 fällt der westliche Teil des alten Herzogtums Sachsen an den Erzbischof von Köln. Ihm unterwerfen sich auch die Grafen von Schwalenberg. Auf Schwalenberger Gebiet errichtet der Erzbischof von Köln, Philipp I. von Heinsberg, auf dem Schellenberg eine Burg, die er nach dem Kölner Bistumspatron Petrus benennt, lateinisch "petri mons", was auf Deutsch soviel heißt wie Petersberg.
    1184 taucht (Bad) Pyrmont dann erstmals in historischen Aufzeichnungen auf. Ein weiterer Name ist piremont.
    Heute ist nicht geklärt aus welchem der beiden Namen sich das heutige Pyrmont entwickelte.
    Im Mittelalter war Pyrmont Sitz der kleinen Grafschaft Pyrmont, die 1625 durch Erbschaft an die Grafen von Waldeck fiel.
    Am 7. Mai 1625 übertrug Graf Hans Ludwig zu Gleichen seinen Vettern Christian und Wolrad zu Waldeck die Herrschaft über Waldeck.
    Pyrmont bestand zu dieser Zeit aus dem alten Wasserschloss und einem kleinen Häuschen am sogenannten "Heiligborn".
    Die Grafschaft gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
    1681 fand die Große Fürstenversammlung in Pyrmont statt, der sogenannte "Fürstensommer".
    1712 wurden die Grafen von Waldeck und Pyrmont durch Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhoben.
    1720 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte an die "Neustadt Pyrmont".
    Nach einer Erbteilung 1805 war Pyrmont kurzfristig noch einmal bis 1812 selbständig, wurde dann aber wieder mit Waldeck vereinigt.
    Das Fürstentum Waldeck-Pyrmont behielt seinen Status nach dem Wiener Kongress 1815 und wurde Mitglied des Deutschen Bundes.
    Von 1868 an wurde es von Preußen verwaltet, behielt aber seine nominelle Souveränität und wurde 1871 Mitgliedstaat in Bismarcks Deutschem Reich.
    1872 bekam Pyrmont eine Eisenbahnanbindung an die Bahnstrecke Hannover - Altenbeken.
    Mit der Abdankung des letzten Fürsten nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Waldeck-Pyrmont ein Freistaat in der Weimarer Republik.
    1914 erhielt Pyrmont den Namen Bad Pyrmont.
    Am 30. November 1921 wurden die Stadt und der umliegende Bezirk auf Grund eines Volksentscheides aus dem Freistaat aus- und der preußischen Provinz Hannover eingegliedert.
    Am 16. Oktober 1956 erhielt Bad Pyrmont den Status einer "selbständigen Stadt".
    Die Blasonierung des Wappens lautet in einem gotischen Wappenschild mit silbernem Grund ein rotes Ankerkreuz.
  • Bad Münder

  • Bad Münder Bad Münder liegt nördlich von Hameln im Sünteltal an der Bundesstraße 442 und ist umgeben von den Gebirgszügen Deister und Süntel im Weserbergland.
    Der Ort wurde 840 als "Munimeri" erstmals erwähnt.
    Münder taucht im Jahre 1033 in einer Urkunde Kaiser Konrads II. als "Munnere" auf.
    Die seit 1033 bestehende Salzgewinnung wurde erst 1924 eingestellt.
    Im heutigen Ortsteil Hamelspringe wurde 1306 ein Zisterzienserkloster von Loccum aus gegründet.
    Während der Hildesheimer Stiftsfehde 1519 - 1523 und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt vollständig zerstört.
    1872 bekam Münder einen Eisenbahnanschluss an das Netz der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft.
    1936 erhielt Münder den Status einer Kurstadt, aus Münder wurde Bad Münder.
    Die Stadt lebt heute, außer von der Glas- und Möbelindustrie, hauptsächlich vom Gesundheitswesen und dem Tourismus.
  • Holzminden

  • Holzminden Holzminden ist die Kreisstadt des Landkreises Holzminden.
    Holzminden liegt im oberen Weserbergland am Nordwestrand des Mittelgebirges Solling im Oberen Wesertal.
    Erstmals erwähnt wurde Holzminden 832 in mehreren Corveyer Schenkungsregistern und Urkunden unter den Namen Holtesmeni, Holtesmini und Holtesmynne.
    Der Name entstammt nach Angaben von Professor Edward Schröder in seinem Werk Deutsche Namenkunde (1938, Göttingen) von einer alten germanischen Bezeichnung für einen Bach: menni = Bach.
    Neben der Siedlung Altendorf entstand vermutlich zwischen 1197 und 1202 als Markt- und Zollstädte der Grafen von Everstein die nova plantatio (neue Gründung), deren planmäßige Anlage im Grundriss noch deutlich erkennbar ist.
    1245 erhielt Holtesminne (Holzminden) die Bestätigung ihres wichtigen Stadtrechtes durch Otto von Everstein; seit 1240 ist dieser auch im Besitz der Burg an der Weser.
    1394 wird zwischen Corvey und Everstein ein Borchfrede to Holtesmynne geschlossen.
    Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben, deren Ruinen wurden erst 1860 endgültig abgebrochen.
    In den erbitterten Auseinandersetzungen mit den seit der staatsrechtlichen Anerkennung ihres Landesfürstentums 1235 machtvoll gegen die Weserlinie vordringenden Welfen und deren Parteigängern, den Edelherren von Homburg, den Eversteiner Grafen 1408 entfremdet, blieb die Stadt seit dem frühen 16. Jahrhundert im ausschließlichen Besitze der Wolfenbüttler Linien des braunschweigisch-lüneburgischen Hauses.
    In einem Mandat an den Abt zu Corvey vom 18. April 1540 wird das Stettlin Holzmin von Kaiser Karl V. in Schutz genommen.
    Holzminden wurde 1640 von kaiserlichen Truppen zerstört und niedergebrannt.
    Maßgeblich an dem Wiederaufbau der Stadt beteiligt waren auch Handwerker aus Kroatien.
    Im April 1754 wird ein "Herzogliches Leyhaus" (Leihhaus) in der Stadt gegründet, aus dem 1765 die Braunschweigischen Staatsbank entsteht, die zwei Jahrhunderte später 1970 durch Fusion in der NORD/LB aufgeht.
    Von 1811 bis Januar 1814 wird die Stadt von den Franzosen unter Napoleon Bonaparte besetzt und dem Königreich Westphalen angegliedert.
    Ab 1814 kommt Holzminden zum Herzogtum Braunschweig.
    Am 1. Januar 1833 wurde die Stadt Sitz der Verwaltung des Kreises Holzminden des Herzogtum Braunschweig mit den ämtern Holzminden, Stadtoldendorf, Ottenstein und Thedinghausen.
    1878 bis 1890 ist Holzminden Sitz eines braunschweigischen Landgerichts.
    Im Ersten Weltkrieg befand sich außerhalb der Stadt am Landübungsplatz ein Kriegsgefangenenlager für bis zu 10.000 Personen unter dem Kommandanten Karl Niemeyer und unter Kontrolle des Infanterie Regiments 174.
    1933 wird von den Nationalsozialisten ein Thingplatz im Stadtpark errichtet, der heute als Grill- und Spielplatz genutzt wird.
    In der Reichspogromnacht 1938 wurde auch die 1838 erbaute Synagoge nahe dem Katzensprung zerstört und 1968 abgebrochen.
    Am Weserkai wurde von 1939 bis 1941 das kriegswichtige Getreidesilo (Reichsnährstandsilo) in Form eines getarnten 14stöckigen Hochhauses (55 m hoch) erbaut.
    Im Zweiten Weltkrieg bombardieren und zerstören britische Kampfflugzeuge am 17. Mai 1943 die Edertalsperre und die Möhnetalsperre, dabei fließen über 172.000.000 Kubikmeter Wasser in das Wesertal ab. Die Innenstadt von Holzminden und die Getreidefelder um die Stadt herum werden dabei überflutet.
    Am 1. Januar 1997 liegt die Einwohnerzahl der Stadt bei 22.020 Bürgern (= 26,4 % aller Einwohner des Landkreises Holzminden).
  • Springe

  • Springe Springe ist eine Stadt mit rund 30.000 Einwohnern in der Region Hannover.
    Die Stadt liegt an der sogenannten Deisterpforte, einem flachen Talpass zwischen den südlichen Ausläufern des Deisters und dem Kleinen Deister.
    Springe wurde 1013 erstmals als Hallerspringe urkundlich erwähnt. In einer Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim, die als undatierte Abschrift überliefert ist, nach Form und Inhalt aber dem ausgehenden 10. Jahrhundert zugewiesen werden muss, wird Springe unter dem Namen Helereisprig erwähnt.
    Die Grafen von Hallermund errichteten nach dem Verlust ihrer Burg Hallermund am Kleinen Deister an die Welfen 1282 ein festes, burgähnliches Haus an der heutigen Stelle von Springe. Von diesem neuen Herrschaftssitz aus verwalteten sie ihre Grafschaft. Vermutlich entstand dadurch Springe als Neuanlage.
    Die Einrichtung des gräflichen Sitzes und die Befestigung des Ortes führten im 13. Jahrhundert zur Erlangung der Stadtrechte.
    Während des Mittelalters war Springe Stammsitz der Grafen Hallermund und ihrer Nachfolger, einer Seitenlinie der Grafen von Kevernburg.
    Aus deren Herrschaftsgebiet ergab sich später das Amt Springe und nach verschiedenen Umbenennungen und Erweiterungen im Jahre 1884 der Kreis Springe.
    Mit dem Ausgang des 10. Jahrhunderts tauchen in Urkunden die ersten Ortsnamen der heute zu Springe gehörenden Stadtteile auf, und bis zum Jahre 1300 sind alle heute bestehenden Dörfer und Städte urkundlich erwähnt.
    Die Entstehung und das Wachstum des Ortes hängen eng mit seiner verkehrsgünstigen Lage an der Deisterpforte zusammen. Hier ist die Grenze zwischen dem Flachland und dem Bergland, in das die Deisterpforte hineinführt.
    Außerdem liegt der Ort auf der Wegesmitte zwischen den wirtschaftlichen Schwerpunkten Hannover und Hameln.
    Eine stetige Entwicklung zu einer Mittelstadt setzte nach Beendigung des Ersten und besonders des Zweiten Weltkrieges ein (1933 = 3.912 Einwohner).
    Bis zur Gebietsreform im Jahre 1974 war Springe "Kreisstadt des Kreises Springe".
    Danach gehörte Springe zum Landkreis Hannover, der zum 1. November 2001 in die heutige Region Hannover aufgegangen ist.
    Heute wohnen in der Kernstadt Springe etwa 13.000 Einwohner.
    Die heutige Stadt Springe ist 1974 aus den Gemeinden Bennigsen, Völksen, Altenhagen I, Alvesrode, Lüdersen, Gestorf, Mittelrode, Alferde, Boitzum, Holtensen, Wülfinghausen und den Städten Springe und Eldagsen entstanden.
    Durch die Gebietsreform verlor die Stadt Eldagsen ihre im 13. Jahrhundert verliehenen Stadtrechte und ist heute der drittgrößte Ortsteil der Stadt Springe.
    Nach Protesten der Eldagser Bevölkerung erhielt der Stadtteil seine städtischen Namensrechte zurück und schmückt sich mit dem offiziellen Titel "Stadt Eldagsen, Stadtteil der Stadt Springe".
    Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Springe zum ehemaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.
    Das Springer Stadtwappen stellt nach neuerer Deutung die drei Quellen der Haller dar, die unweit Springes am Fuße des Kleinen Deisters, in der Deisterpforte, entspringt. In den drei Winkeln des Wappens sieht man je eine fünfblättrige Rose, das Schild- und Siegelzeichen der ab dem 12. Jahrhundert bestehenden Grafschaft Hallermund.
  • Hannover

  • Hannover Hannover ist die Hauptstadt des Landes Niedersachsen.
    Unter dem Namen "Hanovere" 1150 erstmals urkundlich erwähnt, war die Stadt ab 1814 Hauptstadt des Königreichs Hannover und ab 1866 der preußischen Provinz Hannover.
    1875 wurde sie mit über 100.000 Einwohnern zur Großstadt.
    Heute gehört Hannover mit 525.875 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) zu den 15 größten Städten Deutschlands.
    Die kreisfreie Stadt gehört zur Region Hannover, einem Kommunalverband besonderer Art, und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.
    Hannover liegt im Tal der Leine am übergang zwischen dem niedersächsischen Bergland und dem norddeutschen Tiefland. Im Südwesten der Stadt grenzen die Ausläufer des Weserberglandes mit ackerbaulich fruchtbaren Lössböden, im Norden die sandigen und moorigen Geestlandschaften der Burgdorf-Peiner und der Hannoverschen Moor-Geest an das Stadtgebiet.
    Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die an einer hochwassergeschützten Stelle am Leineufer lag. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen (Honovere = Hohes Ufer), was aber umstritten ist. Nach Auswertungen des Originals einer um 150 n. Chr. vom Geografen Claudius Ptolemäus gezeichneten Karte von "Germania Magna" durch das Institut für Geodäsie der Technischen Universität Berlin gab es an der Stelle des heutigen Hannover bereits eine Siedlung namens Tulifurdum. Sprachgeschichtlich kann dies gedeutet werden aus der Zusammensetzung von lateinisch tuli (ich habe getragen) und furdum (Furt), welches auf den Leineübergang hinweist. Helmut Plath, langjähriger Chef des Historischen Museums, schrieb über den bisher namenlosen Ort in seiner Stadtgeschichte: "Während des 1. bis 3. Jahrhunderts nach Christus, in der römischen Kaiserzeit, bestand auf dem Boden der späteren Alt- und Neustadt eine Besiedlung von nicht geringer Ausdehnung." Reste von Tongefäßen aus dieser Zeit wurden unter anderem im Untergrund der Aegidienkirche gefunden. Die Bewohner hätten dem Stamm der Cherusker angehört. In einem alten Leinearm wurde ein Denar des römischen Kaisers Alexander Severus (222-232) geborgen. Für Plath, der Beweis, dass die Siedlung "von dem mit den Römern in Zusammenhang stehenden Handel erreicht wurde".
    In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einen Werder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichten Furt zu überqueren.
    Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft "Am Hohen Ufer".
    Hinweise auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus: Marktflecken) wird erstmals um 1150 im Hildesheimer Miracula Sancti Bernwardi erwähnt.
    Im 12. Jahrhundert ließ Heinrich der Löwe Hannover ausbauen und belehnte die Grafen von Roden damit. Sie regierten von einer Wasserburg in der Leineniederung bei Limmer und der Burg Lauenrode außerhalb der Stadt.
    1241 erhielt Hannover das Stadtprivileg; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar.
    Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zwei Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus 12 Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister.
    Im Lüneburger Erbfolgekrieg bekam die Stadt 1371 das Große Privileg verliehen, was ihre weitgehende Rechte einräumte, wie Zoll- und Mühlenrechte und die Befestigung der Stadt.
    Zum Schutz der Stadt löste ab 1350 eine 8 m hohe Stadtmauer mit 34 Mauertürmen die zuvor bestehende Befestigung aus palisadenbestandenen Wällen und Gräben ab. Zur Stadtbefestigung Hannover zählte ab 1392 auch eine Landwehr, die das städtische Vorfeld sicherte. Von der früheren Hannoverschen Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen finden sich noch Einrichtungen, wie der Turm auf dem Lindener Berg, der Döhrener Turm, der Pferdeturm, der Lister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat der Hanse bei, die Einwohnerzahl stieg auf 4.000.
    1580 unterzeichneten "Bürgermeister und Ratname der Stadt Hannover" die lutherische Konkordienformel von 1577.
    Während des Dreißigjährigen Krieges machte Herzog Georg von Calenberg 1636 die festungsartig ausgebaute Stadt zu seiner Residenz. Als Residenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit.
    1676 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter dessen Bibliothek berufen. Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, ein Syndikus, ein Sekretär, zwei Kämmerer und sechs Senatoren an.
    Von 1725 bis 1761 war Christian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.
    Nachdem Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. 1714 den britischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London.
    In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien, die zur Regierung zurückgelassen wurden.
    Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. Auch Schloss und Garten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.
    Dies änderte sich 1837, als mit dem Tod Wilhelm IV. die 123 Jahre währende Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover zu Ende ging und in Hannover König Ernst August I. den Thron bestieg. Am 22.
    Im Jahr 1747 war die Aegidien-Neustadt eingemeindet worden, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 die Ernst-August-Stadt.
    Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannover im Jahr 1859 (mit den Ortschaften Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth, Kirchwende, Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg und Kleefeld) wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2.354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.
    Hannover war innerhalb des Königreichs Hannover eine autonome Stadt.
    1823 wurde sie Sitz der Landdrostei Hannover, aus der später der Regierungsbezirk Hannover hervorging.
    1824 wurde sie Sitz des Amtes Hannover, das durch Vereinigung des Gerichtsschulzenamtes Hannover und des Amtes Coldingen gegründet wurde.
    Ab 1825 gab es in Hannover ein Magistratskollegium, das de facto bis 1935 Bestand hatte. Während dieser Zeit trug das Stadtoberhaupt Hannovers den Titel Stadtdirektor.
    Ebenfalls 1825 war Hannover die erste Stadt Europas, in der die Straßen mit Gaslaternen beleuchtet wurden.
    Als Folge des Deutschen Krieges von 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und wurde preußische Provinz: Aus der Residenzstadt Hannover wurde eine preußische Provinzhauptstadt.
    Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.
    Der Aufschwung in Hannover fiel in die ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre, während der er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt war.
    1883 wurde Hannover eine kreisfreie Stadt und Sitz des aus dem Amt Hannover entstandenen Landkreises Hannover sowie des aus der Landdrostei Hannover hervorgegangenen Regierungsbezirks Hannover.
    Die Stadt wurde 1869 um die Vorstadt Ohe-Glocksee vergrößert, es folgten 1882 der Königsworther Platz und der Welfengarten, 1891 die Gemeinden Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List und 1907 die Gemeinden Stöcken, der Gutsbezirk Mecklenheide, Bothfeld, Klein-Buchholz, Groß-Buchholz, Kirchrode, Döhren und Wülfel.
    1902 wurde in Hannover der erste mobile Feuerlöschzug der Welt übergeben.
    Im selben Jahr installierte Hermann Bahlsen die erste Leuchtreklame Deutschlands.
    Der Flugpionier Karl Jatho baute 1903 das erste Motorflugzeug Deutschlands, mit dem er am 18. August 1903, und damit vier Monate vor den Gebrüdern Wright, einen Motorflug durchgeführt haben soll. Daraufhin gründete er 1912 eine Flugschule und 1913 die Hannoverschen Flugzeugwerke.
    1920 wurde die Stadt Linden mit den Stadtteilen Alt- und Neu-Linden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen nach Hannover eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs dadurch um etwa 80.000 auf 400.000.
    1928 folgten der Schloss- und Gartenbezirk Herrenhausen, der Gutsbezirk Leinhausen und Marienwerder, 1937 Teile von Bemerode und Laatzen.
    Seit 1918 heißt das Oberhaupt der Stadt Oberbürgermeister und nicht mehr Stadtdirektor.
    Ab 1937 gehörte der Oberbürgermeister (1942-1945 "Staatskommissar") der NSDAP an.
    484 hannoversche Juden polnischer Herkunft wurden im Rahmen der "Polenaktion" Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen.
    Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert. In der Folgezeit wurden mindestens 2.400 Menschen deportiert, von denen die wenigsten überlebten.
    Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme.
    Im Zweiten Weltkrieg hatten zahlreiche Divisionen und Wehrverwaltungen ihren Sitz in Hannover. Dazu zählten neun Militärgerichte, in denen auch Soldaten zum Tode verurteilt wurden, die den Gehorsam verweigerten.
    Im Zweiten Weltkrieg war Hannover als bedeutender Verkehrsknotenpunkt und Standort kriegswichtiger Betriebe ab 1940 immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Bei den insgesamt 88 Luftangriffen auf Hannover wurden neben den Industriebetrieben auch große Teile des Wohnungsbestandes vernichtet und fast 6.800 Menschen getötet. Der Zerstörungsgrad der Innenstadt lag bei 90 %. 47,5 % der Wohnungen waren unbewohnbar.
    Nach dem Krieg wurden die Aegidienkirche und die Nikolaikapelle nicht wieder aufgebaut und die Ruinen blieben als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erhalten.
    1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt.
    Als hauptamtlichen Leiter der Stadtverwaltung gab es von 1946 bis 1996 einen ebenfalls vom Rat gewählten Oberstadtdirektor.
    Unter der Leitung des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt.
    Dabei wurde das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer autogerechten Stadt angepasst.
    Der historische Stadtgrundriss blieb nur oberflächig bestehen, da das verbleibende, grobmaschige Netz der Straßen nur in etwa die Hauptlinien der historischen Straßen nachzeichnet.
    Kennzeichnend für den Wiederaufbau Hannovers ist die Entstehung von Stadträumen, welche von der historischen Struktur abweichen.
    Durch diese damals als fortschrittlich geltende Stadtplanung erlangte die Stadt überregionale Bekanntheit.
    In späterer Zeit waren die städtebaulichen Werte der Wiederaufbauzeit überholt: In der Strömung des Postmodernismus besaßen jene Straßen und Plätze Modellcharakter für Stadtquartiere, wie sie das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht jener moderne Städtebau, dessen autogerechte Planung eine übernahme nordamerikanischer Erfahrungen war.
    Der kriegs- und wiederaufbaubedingte Verlust an historischen Gebäuden lässt zuweilen den Wunsch nach einer Rekonstruktion prägender Gebäude aufkommen: 1983 wurde das Leibnizhaus an einem anderen Ort neu errichtet; die Rekonstruktion des Schlosses Herrenhausen im Großen Garten begann 2011.
    Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Nach dem Baubeginn am 16. November 1965 am Waterlooplatz folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die im Wesentlichen 1993 mit der Eröffnung der C-Nord-Strecke in der Nordstadt beendet wurden.
    Nachdem bereits 1967 und 1968 Teile von Wettbergen eingemeindet worden waren, folgte am 1. März 1974 die große niedersächsische Kommunalreform: Die Stadt Misburg sowie die Gemeinden Ahlem, Anderten, Bemerode, Vinnhorst, Wettbergen, Wülferode wurden ebenso eingemeindet wie Teile von Godshorn, Isernhagen Niedernhägener Bauerschaft (heute Isernhagen-Süd), Langenhagen, Laatzen und Rethen.
    Im Jahr 2000 fand in Hannover mit der Expo 2000 das erste Mal eine Weltausstellung in Deutschland statt. Mit 18 Millionen Besuchern wurden die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen nicht erfüllt.
    Bis zur Abschaffung der vier Bezirksregierungen Niedersachsens am 31. Dezember 2004 war die Stadt Sitz der Bezirksregierung Hannover.
  • Hildesheim

  • Hildesheim Hildesheim (niederdeutsch Hilmessen) ist eine Stadt im Süden des Landes Niedersachsen.
    Die große selbstständige Stadt, Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises ist eines der neun Oberzentren des Landes.
    Bis 1974 war sie eine kreisfreie Stadt.
    Hildesheim liegt an der Grenze von Innerstebergland und Hildesheimer Börde überwiegend am rechten Ufer des Flusses Innerste, einem östlichen Zufluss der Leine.
    Die Stadt befindet sich nördlich des Hildesheimer Walds und west-nordwestlich des Höhenzugs Vorholz. An den nordwestlichen Stadtrand grenzen die Giesener Berge.
    An der Stelle, wo der uralte West-Ost-Handelsweg Hellweg (heute etwa Bundesstraße 1) die Innerste querte, bestand vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum.
    Der Handelsweg, die Benennung nach einem Gründer namens Hildwin, aber auch andere Thesen für den Ursprung des Namens werden genannt. Dabei ist die Namensentwicklung zu beachten: Der Name Hildesheim (so seit Anfang des 13. Jahrhunderts) ist verkürzt aus Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004) hervorgegangen. Er enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini (zu althochdeutsch hiltia, Kampf).
    Um 800 errichtete Karl der Große in Elze (damals Aula Caesaris, kurz Aulica genannt, etwa 19 km westlich des heutigen Hildesheim) ein Bistum für Ostfalen unter dem Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus. Das Bistum wurde dann 815 von seinem Sohn Ludwig dem Frommen auf dem Gebiet des heutigen Hildesheim neugegründet und der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage).
    Unter Bischof Altfrid wurde der erste Dom errichtet.
    Bischof Bernward baute den Bereich um 1000 zu einer massiven Domburg aus, die noch heute in der Anlage des Domhofs erkennbar ist.
    Im Zuge der stadtgeschichtlichen Entwicklung wurde die sich vor allem um St. Andreas bildende Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Gemeinwesen.
    Unmittelbar neben der Altstadt entstanden im Jahre 1196 die Dammstadt und wenig später - die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1221 - die dompröpstliche Neustadt Hildesheim. Sowohl Damm- wie Neustadt waren im Gegensatz zur Altstadt planmäßige Gründungen bzw. Ansiedlungen, deren Regelmäßigkeit man verglichen mit der Altstadt noch heute im Straßenbild erkennen kann.
    Der Dammstadt wurde bereits in der Weihnachtsnacht 1332 gewaltsam ein Ende bereitet.
    Nach jahrhundertelangen Streitigkeiten, auf deren Höhepunkt sich Alt- und Neustadt zeitweise sogar bewaffnet gegenüberstanden, wurde erst 1583 eine "Union! mit einem "Samtrath" als übergeordnete Instanz geschaffen und in der Folge wenigstens die innere Mauer niedergelegt.
    Zu einer Stadt vereinigt wurden Alt- und Neustadt aber erst 1803 unter preußischer Herrschaft.
    Bereits um 1300 hatte der Bischof seine Macht über die Altstadt de facto abgeben müssen, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht samt eigenem Siegel gaben. Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt bereits abgeschlossen, ihre Grenzen abgesteckt und im Wesentlichen befestigt.
    Es folgten zwei Jahrhunderte wechselhafter Beziehungen zwischen dem rechtmäßigen Stadtherren, dem Bischof und seinen sich immer weiter emanzipierenden Untertanen, den Bürgern und ihrem Rat.
    1367 trat Hildesheim der Hanse bei.
    1523 verlor das Fürstentum Hildesheim als Folge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) große Teile seiner Gebiete (Rückgewinnung erst 1643) und somit auch Macht in der Region.
    1542 fand die Reformation durch den Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, Einzug in die Stadt. "Die ganze Regierung der Stadt Hildesheim" unterzeichnete 1580 die lutherische Konkordienformel von 1577.
    Doch bestand das Bistum Hildesheim sowohl als katholische Diözese wie als Reichsfürstentum weiter, und der Dom sowie die Klosterkirchen (St. Michael nur teilweise) blieben katholisch.
    1796/97 fand in Hildesheim der Hildesheimer Kongress der norddeutschen Reichsstände statt.
    Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 wie alle geistlichen Territorien säkularisiert, die Diözese Hildesheim 1824 neu umschrieben. Städte und Stiftsgebiet kamen vorübergehend unter die Herrschaft Preußens. Erst jetzt wurden Altstadt Hildesheim und Neustadt Hildesheim zu einer Stadt vereinigt.
    Noch bevor die eingeleiteten Reformen abgeschlossen waren, gelangte das nunmehr weltliche Fürstentum 1807 an das Königreich Westphalen.
    Hildesheim war nun Sitz der Unterpräfektur im Distrikt Hildesheim.
    1813 wurde es dem Königreich Hannover zugeteilt und 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten Landdrostei Hildesheim gehörte.
    Die Stadt selbst genoss darin jedoch von Anfang an eine gewisse Selbstständigkeit.
    Das Amt Hildesheim wurde mehrfach verändert, u. a. wurden 1852 Gemeinden dem benachbarten Amt Marienburg zugeschlagen, dessen Sitz sich ebenfalls in Hildesheim befand.
    1859 wurden dem Amt Hildesheim 16 Gemeinden des aufgelösten Amtes Ruthe zugeordnet.
    1866 kam Hildesheim mit dem gesamten Königreich Hannover zu Preußen.
    1867 trat in der Stadt eine Cholera-Epidemie auf.
    1869 wurde die ehemalige Klosterkirche St. Paulus zur städtischen Festhalle ausgebaut.
    1885 erhielt Hildesheim den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Hildesheim hervorgegangenen Landkreises Hildesheim sowie des aus der Landdrostei Hildesheim hervorgegangenen Regierungsbezirks Hildesheim. Der Landkreis Hildesheim wurde in der Folgezeit mehrmals verändert.
    Am 10. Juli 1908 wurde in Hildesheim eine vollautomatisch betriebene elektromechanische Ortsvermittlungsstelle für den Selbstwählfernsprechdienst in Betrieb genommen. Die für 900 Anschlüsse ausgelegte Anlage der Deutschen Reichspost mit Hebdrehwählern nach dem Patent von Almon Strowger war die erste ihrer Art in Europa.
    Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadtzentrum Hildesheims, im Rahmen der Area bombing directive auf der Grundlage einer Moral-Bombing-Strategie am 22. März 1945 wenige Tage vor Einmarsch der 9. US-Armee, durch einen Bombenangriff der britischen Royal Air Force fast vollständig zerstört. Die als "Nürnberg des Nordens" bezeichnete Fachwerk-Altstadt wurde fast völlig zerstört. Von den 1500 Fachwerkhäusern blieben lediglich 200 erhalten. Etwa 90 Prozent der historischen Altstadt wurde im Feuersturm vernichtet. Von den 1939 vorhandenen 6934 Wohnhäusern der Stadt wurden 1977 (28,5 Prozent) vollkommen zerstört. Stark beschädigt wurden 975 (14,1 Prozent), erheblich beschädigt 350 (5,1 Prozent) und 1772 (25,5 Prozent) wurden leicht beschädigt. 1860 Wohnhäuser (26,8 Prozent) blieben unversehrt. Von den 72.495 Einwohnern (Stand: 17. Mai 1939) wurden 34.000 (46 Prozent) obdachlos. Die Industrieanlagen wurden zu 50 Prozent, Handwerksbetriebe zu 66 Prozent und öffentliche Gebäude zu 80 Prozent zerstört. Der Zerstörungsgrad der Stadt betrug insgesamt 40 Prozent. 1645 Menschen kamen durch die Luftangriffe auf Hildesheim ums Leben.
    1948 begann der Wiederaufbau der Stadt und ihrer Baudenkmäler. So wurde der historische Markt mit dem Knochenhaueramtshaus in den Jahren 1984 bis 1989 originalgetreu wiedererrichtet. Das Umgestülpter Zuckerhut genannte und 1945 völlig zerstörte Fachwerkhaus am Andreasplatz wurde, 500 Jahre nach seiner Errichtung, 2009/2010 wieder aufgebaut.
    1946 wurde der 1885 entstandene Kreis Marienburg mit dem Landkreis Hildesheim vereinigt.
    1970 wurde Hildesheim Hochschulstadt, als die "Abteilung Hildesheim der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen" und 1971 die Fachhochschule Hildesheim (Königliche Baugewerkschule Hildesheim gegr. 1900) ihren Betrieb in Hildesheim aufnahmen.
    Die Eingemeindungen der 1970er Jahre führten zum Anstieg der Einwohnerzahl, so dass 1974 die Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern erreicht wurde.
    Im Rahmen der Kreisreform in Niedersachsen wurde die Stadt Hildesheim am 1. März 1974 dem Landkreis Hildesheim eingegliedert, der am 1. August 1977 um den bisherigen Landkreis Alfeld (Leine) vergrößert wurde.
    Am 1. Februar 1978 erfolgte schließlich die Auflösung des Regierungsbezirks Hildesheim. Bis zur Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen Ende 2004 gehörte der Landkreis Hildesheim und mit ihm die Stadt Hildesheim zum Regierungsbezirk Hannover.
    Das Wappen der Stadt Hildesheim ziert in geteiltem Schild oben in Silber wachsend ein schwarzer goldgekrönter Reichsadler mit schwarzer Zunge und goldenem Schnabel; unten von Gold und Rot quadriert. Auf dem gold-rot-bewulsteten Stechhelm mit gold-roten Helmdecken eine Jungfrau (die Hildesia) wachsend in gold-rot quadriertem Kleid, in beiden Händen einen rot-weiß quadrierten Rosenkranz haltend. Auf ihrem goldenen Haar liegt ein rot-weiß quadrierter Rosenkranz mit einer roten und einer goldenen Straußenfeder. Das Wappen wurde der Stadt 1528 von Kaiser Karl V. verliehen. Das Wappenprivileg befindet sich im Stadtarchiv.
    Die Stadtflagge ist gelb-rot.